Nowruz Drucken E-Mail

Wörtlich übersetzt heißt Nowruz  „Neuer Tag“ und findet am Frühlingsanfang, am 21. März statt
(Sâle Nou سال نو – „neues Jahr“ in Persisch). Wichtigster Bestandteil des Neujahrsfestes ist die Zubereitung des Haft Sin („Sieben S“, dessen Bestandteile unbedingt mit den Anfangsbuchstaben des iranischen „S“ beginnen müssen), und des aus sieben Früchten bestehenden Neujahrsgetränks Haft Mewa. Es werden sieben Speisen, die möglichst mit dem Buchstaben „S“ beginnen sollten und die sieben Tugenden des Zoroastrismus symbolisieren, zubereitet und zusammen mit Samano oder Samanak (Keimlinge aus sieben Getreidesorten), einem Spiegel, Fisch im Wasser, Kerze und einem heiligen Buch (dem Koran bei Moslems, der Bibel bei Christen, der Avesta bzw. einem Foto Zarathustras bei Zoroastriern) auf einem Tisch gedeckt.

Am Vorabend des letzten Mittwochs wird das Tschahar Shanb-e Suri („Mittwochsfeuer“) angezündet. Dieser Brauch gehört zu den wichtigsten Ritualen des Neujahrfestes.

Die Begehung dieses Festes lässt sich zurückverfolgen bis zu den zoroastrischen Vorfahren der heutigen iranischen Völker. Nouruz ist offizieller Feiertag in zentralasiatischen Ländern wie im Iran, in Afghanistan, in Kasachstan, in Kirgisistan, in Tadschikistan, in Aserbaidschan, in Usbekistan (2 Tage), in Turkmenistan, in der Türkei, teilweise bzw. inoffiziell in Pakistan, in Indien bei den Parsen als Jamschidi-Fest. Gefeiert wird Nowruz auch im südosteuropäischen Raum (Balkan) wie in Bosnien-Herzegowina, Albanien, Mazedonien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Moldawien, also bei den verbliebenen osmanisch-türkischen Bevölkerungsgruppen, sowie bei den in der Türkei und im Iran unterdrückten kurdischen Minderheiten.

Vor der Kalenderkorrektur durch den Astronomen Omar Chayyām 1070 wurde das Frühlingsfest zwischen Ende Februar und Ende März etwa 40 Tage lang gefeiert. Heute wird das Fest in der nordafghanischen Stadt Mazar i Sharif der Provinz Balch (ehem. Baktra) vierzig Tage lang unter dem Titel Melâe Gole Sorx („Tulpenfest“) gefeiert.

Nouruz wird im indo-iranischen Kulturkreis stets nach dem Sonnenjahr am 21. März bzw. am 20. März in Schaltjahren begangen, also am Ende des Tierkreiszeichens Fische und zu Beginn des Widder. Nouruz fällt damit mit dem Frühlingsäquinoktium zusammen. Es gehört neben dem Herbstfest Mehragan bzw. Mizan zu den ältesten traditionellen Festen der zentralasiatischen Region und des indischen Subkontinents.

Das islamische Neujahr ist nicht deckungsgleich mit dem Nouruzfest; es liegt nicht auf einem festen Datum des Sonnenkalenders, da es sich nach dem islamischen Mondkalender mit nur 355 Tagen berechnet. Es wird stets im 12. islamischen Mondmonat nach der großen Pilgerfahrt Hadsch (Eid Adha, „Korbanfest“ bzw. „Opferfest“) als Ende des islamischen Mondjahres gefeiert. Es verschiebt sich jedes Jahr rückwärts um 10 bzw. 11 Tage innerhalb des Sonnenjahres, so dass 23 Mondjahre 22 Sonnenjahren entsprechen.


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